Konsumgüterlogistik: wenn das Lager im Takt des Handels arbeiten muss
FMCG steht für Fast Moving Consumer Goods: schnelldrehende Konsumgüter wie Lebensmittel, Getränke, Drogerieartikel und Reinigungsmittel. Wer sie herstellt oder vertreibt, arbeitet für Kunden, die wenig Geduld haben. Die Zentrallager von Edeka, Rewe, Aldi oder dm geben Lieferfenster vor, verlangen Paletten nach Vorschrift und erwarten das Lieferavis, bevor der Lkw an der Rampe steht. Konsumgüterlogistik heißt, im Takt dieser Vorgaben zu liefern.
Diese Seite ist für Hersteller, Importeure und Großhändler von Konsumgütern, die an den Handel und oft zusätzlich online verkaufen.
Typische Probleme in der FMCG Logistik
- Das Volumen wächst schneller als die Abläufe. Was bei kleinen Mengen funktioniert hat, bricht bei der dritten großen Aktion zusammen.
- Displays werden gebaut, aber nicht gebucht. Für die Aktion werden Aufsteller aus Einzelkartons zusammengestellt, und der Bestand der Einzelartikel stimmt danach nicht mehr.
- Vorgaben des Handels werden verfehlt. Falsches Etikett, falsche Palettenhöhe, Lieferavis zu spät, und die Ware wird an der Rampe abgewiesen.
- Rotation nach Gewohnheit. Ob die ältere Charge zuerst rausgeht, hängt davon ab, wer kommissioniert. Mit kurzer Restlaufzeit nimmt der Handel die Ware nicht mehr an.
- Nachschub nach alten Zahlen. Bestellt wird auf Basis von Beständen, die schon nicht mehr stimmen.
Wie ein Lagerverwaltungssystem die Konsumgüterlogistik unterstützt
Ein Lagerverwaltungssystem nimmt sich diese Probleme einzeln vor:
Schnelldreher auf die besten Plätze. Die Artikel mit den meisten Zugriffen liegen in der Golden Zone, nah am Versand. Wer die Verteilung im Blick behalten will, schaut regelmäßig auf den Lagerumschlag und die Ladenhüter.
Bündeln, wenn es viele Aufträge gibt. Viele Aufträge mit denselben Artikeln werden in einem Rundgang kommissioniert (Batch-Kommissionierung).
Displays als Stückliste. Ein Aktionsdisplay wird als eigener Artikel mit Stückliste gebaut (Kitting). Die Einzelartikel werden abgebucht, das Display zugebucht.
Rotation nach Regel. Je Artikelgruppe gilt FEFO (was zuerst abläuft, geht zuerst) oder FIFO (was zuerst kam, geht zuerst). Das System schlägt die richtige Charge vor, der Scan prüft.
Etiketten und EDI für den Handel. Paletten bekommen ein SSCC-Etikett, und das Lieferavis (DESADV) geht per EDI an den Händler. Artikel werden über ihre GTIN erkannt, egal ob Stück, Karton oder Palette.
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Chargen bis zum Kunden. Jede Charge ist vom Wareneingang bis zur Palette nachvollziehbar. Bei einem Rückruf wissen Sie, welche Zentrallager betroffen sind.
Nachschub auf aktuellem Bestand. Weil jede Bewegung gescannt wird, beruhen Nachschubvorschläge auf dem tatsächlichen Bestand.
Zwei Fragen zu Ihrem eigenen Lager
Wie viele Artikel liegen bei Ihnen auf Kommissionierplätzen, die seltener als einmal im Monat geleert werden?
Wie oft wurde im letzten Quartal eine Lieferung an der Rampe des Handels abgewiesen, und warum?
- Was bedeutet FMCG?
- Fast Moving Consumer Goods, auf Deutsch schnelldrehende Konsumgüter: Produkte des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel, Getränke, Drogerieartikel und Reinigungsmittel, die schnell verkauft und oft nachgekauft werden.
- Was ist ein Schnelldreher?
- Ein Artikel, der sehr häufig verkauft wird und deshalb oft nachgefüllt werden muss. Schnelldreher gehören im Lager auf gut erreichbare Plätze nahe am Versand.
- Was verlangt der Lebensmitteleinzelhandel vom Lieferanten?
- Meist feste Lieferfenster, Vorgaben für Paletten und Etiketten und elektronische Lieferavise per EDI. Wer die Vorgaben nicht einhält, riskiert Abweisungen an der Rampe oder Vertragsstrafen.
- Was ist Konsumgüterlogistik?
- Lagerung, Kommissionierung und Versand von schnelldrehenden Konsumgütern an Handel und Endkunden, mit Lieferfenstern, Chargen und Aktionen.