Willem ten Asbroek, CEO von BizBloqs · 11. September 2024
Saisonale Spitzen und ruhige Monate gehören zu den größten Herausforderungen für jede Lieferkette, besonders für kleine und mittlere Unternehmen. Dieser Beitrag zeigt, wie Saisonalität auf Bestand, Lager und Versand wirkt und wie Sie Ihr Lieferkettenmanagement so aufstellen, dass weder Lieferengpass noch Überbestand Sie überraschen.
Was saisonale Nachfrage für Ihre Lieferkette bedeutet
Saisonale Nachfrage heißt: Kunden kaufen in bestimmten Wochen deutlich mehr oder deutlich weniger als sonst. Die Gründe sind vielfältig. Feiertage wie Ostern und Weihnachten, das Wetter (Grillsaison, Wintereinbruch), Veranstaltungen oder branchentypische Zyklen wie der Schulanfang im August. Ob die Nachfrage steigt oder in der Nebensaison einbricht: Beides wirkt auf die gesamte Lieferkette, vom Einkauf bis zum Versand.
Für KMU und wachsende Unternehmen der Größe KMU+ ist das besonders spürbar. Sie haben weniger Puffer, weniger Lagerfläche und weniger Personal als ein Konzern. Das Ziel ist ein Gleichgewicht: genug Ware für die Spitze, ohne zu viel Geld in Artikel zu stecken, die in der ruhigen Zeit liegen bleiben. Wie das in einer stark saisonalen Branche aussieht, zeigt unser Beitrag über Saisonale Schwankungen im Agrarhandel.
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Saisonalität im Bestand: zwischen Lieferengpass und Überbestand
Kommt die Spitze stärker als erwartet, fehlt Ware. Kunden finden den Artikel nicht, bestellen woanders, und der Umsatz ist verloren. Wird die Nachfrage dagegen überschätzt, bleibt Ware liegen. Sie bindet Kapital, belegt Lagerplätze und verursacht Lagerkosten, oft bis zur nächsten Saison. Das eine nennt man Fehlbestand, das andere Überbestand.
Drei Dinge helfen, die richtige Menge zu finden:
- Aus der Vergangenheit lernen. Die Verkaufsdaten der letzten Saisons zeigen, wann die Nachfrage anzieht und wie hoch sie ausfällt. Darauf bauen Sie Bestellmengen und einen Puffer für unerwartete Nachfrage auf.
- Trends einbeziehen. Verkaufsdaten allein reichen nicht, wenn sich das Kaufverhalten ändert. Wer Trends im Blick behält, entscheidet mit Fakten statt mit Bauchgefühl, wie viel Bestand nötig ist, und hält die Lagerkosten niedrig.
- Aufträge in Echtzeit sehen. Mit einer Auftragsabwicklung Software sehen Sie jeden Auftrag aus allen Kanälen, sobald er eingeht. Läuft ein Artikel schneller als geplant, können Sie sofort nachsteuern und nicht erst am Monatsende.
Spielraum im Lieferkettenmanagement
Eine starre Lieferkette führt in der Spitze zu Verzögerungen und lässt in der Nebensaison Kapazität ungenutzt. Saisonales Lieferkettenmanagement braucht deshalb Spielraum.
Mehrere Lieferanten. Wer für wichtige Artikel nur einen Lieferanten hat, steht bei einem Lieferengpass ohne Alternative da. Ein zweiter Lieferant verteilt das Risiko.
Just in Time, wo es passt. Ware genau dann zu bestellen, wenn sie gebraucht wird, senkt den Bestand in ruhigen Monaten. Das funktioniert aber nur, wenn Sie Ihren Bestand und Ihre Aufträge genau kennen.
Bestand in Echtzeit. Ein Lagerverwaltungssystem zeigt jederzeit, wie viel von welchem Artikel auf welchem Platz liegt. Es unterstützt Wareneingang, Einlagerung und Versand mit Barcode und Scanner, sodass auch in der Spitze nichts von Hand nachgetragen werden muss. So sehen Sie früh, wo es knapp wird, und können Ware umverteilen oder nachbestellen.
Wenn in der Spitze der Versand stockt
Mehr Aufträge heißt mehr Pakete. In der Hochsaison sind Versanddienstleister wie DHL oder DPD ausgelastet, Sendungen verzögern sich, und die Versandkosten steigen. Wer Abholzeiten und Versandmengen früh mit seinen Versandpartnern plant, kommt besser durch diese Wochen.
Reicht die eigene Lagerfläche oder das eigene Personal nicht aus, kann ein Logistikdienstleister Spitzen abfedern. Die 3PL Logistik bietet Kapazität, die mit der Saison wächst und schrumpft, ohne dass Sie Ihr eigenes Team und Ihre eigene Fläche überdehnen.
Daten, die zusammenlaufen
In der Saison müssen Entscheidungen schnell fallen. Das gelingt nur, wenn Lager, Aufträge und Buchhaltung dieselben Zahlen zeigen. Arbeiten Lagerverwaltung und Auftragsabwicklung zusammen und sind über eine ERP Anbindung mit Ihrem ERP verbunden, haben Sie alle Abläufe auf einen Blick. Dann entscheiden Sie mit Daten statt mit Schätzungen und reagieren schnell, wenn die Nachfrage kippt.
Hinzu kommt die Auswertung: Wer die Verkaufsdaten und das Verhalten seiner Kunden über mehrere Saisons analysiert, sagt die Nachfrage genauer voraus und erkennt früher, wo sich Engpässe anbahnen.
Eine Lieferkette, die Saisonalität aushält
Eine widerstandsfähige Lieferkette sieht Veränderungen kommen und passt sich an. Störungen bleiben klein, und die Abläufe laufen weiter effizient. Dafür braucht es drei Gewohnheiten:
- Die Strategie regelmäßig prüfen. Nach jeder Saison: Was hat funktioniert, wo gab es Fehlbestand oder Überbestand?
- In Technik investieren, die mitwächst. Systeme, die mehr Aufträge, mehr Lagerorte und neue Kanäle ohne Umbau verkraften. Für die Lagerverwaltung Mittelstand heißt das: in Echtzeit, aus der Cloud, mit Anbindung an die Systeme, die Sie schon haben.
- Einen Notfallplan haben. Ersatzlieferanten, alternative Versandwege und klare Absprachen, wer im Störfall was entscheidet.
Zwei Fragen zu Ihrer eigenen Lieferkette
- Wie viele Tage vor Ihrer Hauptsaison wissen Sie heute, welche Artikel knapp werden?
- Wie viel Ware lag nach Ihrer letzten Saison länger als drei Monate im Lager?
Was Bestandsfehler und Handarbeit Sie über das Jahr kosten, können Sie mit dem ROI-Rechner anhand Ihrer eigenen Zahlen abschätzen.
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