Willem ten Asbroek, CEO von BizBloqs · 28. August 2024
Die Hochsaison ist für jedes Unternehmen eine Belastungsprobe, und am meisten für den Bestand. Ist der Bestseller ausverkauft, verlieren Sie Umsatz. Liegt zu viel im Regal, zahlen Sie für Lagerfläche und Ware, die an Wert verliert. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie mit Bedarfsermittlung und Bestellpunktverfahren planen, das Lager vorbereiten und beim Transport beweglich bleiben.
Warum der Bestand in der Hochsaison alles entscheidet
In den Wochen vor Black Friday und im Weihnachtsgeschäft ist der Bestand das Herz des Betriebs. Jeder Auftrag, der hereinkommt, hängt davon ab, ob die Ware da ist.
Fehlt ein gefragter Artikel, geht das über einen verlorenen Verkauf hinaus. Der Kunde ist enttäuscht, bestellt beim nächsten Mal woanders und erzählt es vielleicht weiter. Das schadet Ihrer Marke. Umgekehrt kostet zu viel Bestand Geld: Er belegt Lagerplätze, bindet Kapital und veraltet, wenn die Saison vorbei ist.
Es geht also um das richtige Gleichgewicht. Genug Ware für die Nachfrage, aber nicht so viel, dass Sie im Januar auf vollen Regalen sitzen.
Bedarfsermittlung: wie viel Sie wirklich brauchen
Die größte Aufgabe vor jeder Hochsaison ist, den Bedarf richtig einzuschätzen. Schätzen Sie zu niedrig, fehlt Ware. Schätzen Sie zu hoch, bleibt sie liegen. Beides bringt den Betrieb durcheinander.
Eine gute Bedarfsermittlung beginnt mit Ihren eigenen Zahlen:
- Verkäufe der letzten Saison. Welche Artikel liefen in den gleichen Wochen des Vorjahres, und in welchen Mengen?
- Vergleich mit heute. Hat sich der Markt verändert? Gibt es neue Artikel, neue Kanäle, andere Preise?
- Eigene Aktionen. Rabatte, Werbekampagnen und Newsletter erhöhen die Nachfrage nach bestimmten Artikeln. Sie gehören in die Absatzplanung.
- Äußere Einflüsse. Wetter, Trends, Lieferengpässe beim Hersteller oder ein Wettbewerber, der plötzlich nicht liefern kann.
Aus diesen Punkten entsteht Ihre Absatzplanung je Artikel. Sie ist die Grundlage für alles, was folgt.
Das Bestellpunktverfahren einfach erklärt
Sobald Sie wissen, wie viel Sie verkaufen werden, stellt sich die nächste Frage: Wann bestellen Sie nach? Die bewährte Antwort ist eine feste Grenze je Artikel. Fällt der Bestand darunter, wird nachbestellt. Diese Grenze heißt Bestellpunkt oder Meldebestand, und das Vorgehen nennt man Bestellpunktverfahren.
Der Bestellpunkt setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Erstens die Menge, die Sie verkaufen, während Sie auf die neue Lieferung warten. Diese Wartezeit nennt man Wiederbeschaffungszeit. Zweitens eine Reserve für den Fall, dass mehr verkauft wird oder die Lieferung später kommt, der Sicherheitsbestand.
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Warum der Bestellpunkt in der Hochsaison mitwandern muss
In der Hochsaison passieren zwei Dinge gleichzeitig: Sie verkaufen mehr pro Tag, und Lieferanten brauchen oft länger, weil alle zur gleichen Zeit bestellen. Ein Bestellpunkt aus dem Frühjahr wird dann zu spät erreicht. Bis die Ware kommt, ist das Regal leer.
Deshalb lohnt sich ein beweglicher Bestellpunkt. Passen Sie ihn vor der Saison an die neue Absatzplanung an und beobachten Sie während der Saison die tatsächlichen Verkäufe in Echtzeit. Läuft ein Artikel stärker als geplant, heben Sie den Bestellpunkt an und lösen den Nachschub früher aus. Läuft er schwächer, senken Sie ihn wieder. Die Saison verläuft selten so, wie sie geplant war. Wer früh nachsteuert, bleibt lieferfähig.
Damit das funktioniert, brauchen Sie verlässliche Bestandszahlen. Eine Bestandsmanagement Software zeigt Ihnen, welche Artikel sich dem Bestellpunkt nähern, statt dass jemand jeden Morgen Listen durchgeht.
Das Lager für die Hochsaison vorbereiten
Ob die Hochsaison ruhig oder chaotisch verläuft, entscheidet sich im Lager. Ein gut organisiertes Lager liefert schnell und richtig. Ein unübersichtliches Lager produziert Verspätungen und Fehler, genau dann, wenn die meisten Aufträge kommen.
Gefragte Artikel nach vorn
Stellen Sie die Artikel, die in der Saison am meisten verkauft werden, in die Nähe der Packplätze und des Versands. Jeder Meter, den ein Mitarbeiter nicht laufen muss, spart bei hunderten Aufträgen am Tag viel Zeit. Wie Sie die Plätze systematisch nach Umschlag vergeben, das nennt man Slotting; eine Anleitung mit der ABC Analyse finden Sie in einem eigenen Beitrag.
Klare Beschriftung und feste Lagerplätze
Jeder Lagerplatz braucht eine eindeutige Bezeichnung, jeder Artikel einen festen Ort im System. Das verkürzt die Suche und verhindert Verwechslungen, auch wenn neue Mitarbeiter in der Saison mithelfen.
Regelmäßig prüfen
Gehen Sie in regelmäßigen Abständen durch das Lager: Wo stauen sich Mitarbeiter, wo wird gesucht, wo liegt Ware im Weg? Passen Sie das Lagerlayout an, bevor die Saison beginnt, nicht mittendrin.
Barcode statt Papier
Mit Barcode und MDE-Gerät wird jede Bewegung sofort gebucht. Ein Lagerverwaltungssystem hält den Bestand damit aktuell und führt die Mitarbeiter zum richtigen Platz. Die Lagerplatzverwaltung von BizBloqs weiß zu jeder Zeit, was wo liegt. So werden Aufträge schneller und genauer bearbeitet, Ihre Kunden sind zufrieden, und die Hochsaison wird ein Erfolg statt einer Zitterpartie.
Wer das Lager rechtzeitig vorbereitet, legt die Grundlage für einen ruhigen Saisonbetrieb: weniger Stress, weniger Fehler und ein Bestand, der wirklich stimmt.
Beweglich bleiben bei Transport und Logistik
In der Hochsaison steigt auch der Bedarf an Transport stark. Planen Sie deshalb Spielraum ein:
- zusätzliche Fahrzeuge für Spitzentage reservieren,
- Ausweichrouten für Lieferungen festlegen,
- externe Logistikpartner einbinden und mehr als einen Versanddienstleister nutzen, etwa DHL, DPD, GLS oder Hermes.
Eine bewegliche Transportplanung sorgt dafür, dass Sie auf Unerwartetes reagieren können: eine Lieferung, die hängen bleibt, oder eine Welle von Aufträgen nach einer Aktion.
Auch hier hilft das Lagerverwaltungssystem. Es zeigt in Echtzeit, was im Lager passiert, hält die Bestände im Blick und macht sichtbar, welche Aufträge wann versandbereit sind. Damit planen Sie den Transport auf Basis dessen, was wirklich da ist.
So starten Sie gut vorbereitet in die Hochsaison
- Bedarf ermitteln. Absatzplanung je Artikel aus den Vorjahreszahlen, aktuellen Marktbedingungen und Ihren Aktionen.
- Bestellpunkte anpassen. Sicherheitsbestand und Bestellpunkt auf Basis Ihrer aktuellen Daten festlegen, nicht nach dem Gefühl vom letzten Jahr.
- Lager ordnen. Schnell drehende Artikel nach vorn, klare Beschriftung, feste Lagerplätze.
- Transport absichern. Zusätzliche Kapazität und Ausweichpartner vorher vereinbaren.
- In Echtzeit steuern. Verkäufe und Bestände laufend beobachten und den Nachschub früh nachsteuern.
Gute Vorbereitung und klare Planung sind der Schlüssel für eine erfolgreiche Hochsaison. Sie halten Ihre Kunden zufrieden und stärken Ihre Position gegenüber dem Wettbewerb.
Zwei Fragen zu Ihrer eigenen Hochsaison
- Bei welchen Artikeln war im letzten Jahr der Bestand zuerst leer, und wann haben Sie es gemerkt?
- Wer legt bei Ihnen fest, wann nachbestellt wird, und auf welchen Zahlen beruht diese Entscheidung?
Was ein Lager mit Echtzeitbestand für Ihren Betrieb bedeutet, können Sie mit dem ROI-Rechner anhand Ihrer eigenen Zahlen abschätzen.
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